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© Hanna Kalwas
Das Feuerschiff Elbe 1 Das Feuerschiff Elbe 1 ist ein nautisch-technisches Denkmal. Es muss laut Kaufvertrag vom WSA (Wasser- und Schiffahrtsamt Cuxhaven)  in einem betriebsbereiten Zustand erhalten werden und der Bevölkerung zur Besichtigung freigegeben sein. Um die Voraussetzungen für das Denkmal zu erfüllen, hat die Stadt Cuxhaven den Betrieb und die Bewirtschaftung des Feuerschiffs dem Verein  “Feuerschiff-Verein ELBE 1 von 2001 e.V” übergeben. Mit viel Unterstützung ist man bemüht, das Schiff auf lange Zeit der Nachwelt zu erhalten. Außerdem befasst sich der Verein mit der Wahrung der 172-jährigen Geschichte der bemannten ELBE- Feuerschiffe und ihrer ehemaligen Besatzungen. Heute kann man mit dem Feuerschiff Tagesfahrten machen (z.B. nach Helgoland) oder auch (natürlich nur nach entsprechenden Absprachen) auf dem Feuerschiff heiraten. Elbe 1 war eine Feuerschiffsposition vor der Elbmündung. Diese Position war die äußerste Seeposition vor der Elbe und lag zwischen 1816 und 1939 bei 54° 0' 00" Nord, 8° 16' 00" Ost. Seit 1945 lag sie aufgrund des veränderten Fahrwassers bei 54° 0′ 0″ Nord, 8° 10′ 40″ Ost. Im Jahr 1988 wurde auf dieser Position das 26 Meter lange unbemannte Feuerschiff UFS 2 ausgelegt. Ein Drehstromgenerator erzeugte den für die Bordelektrik und -elektronik erforderlichen Strom. Das Schiff kenterte während eines Orkans in der Nacht zum 4. Dezember 1999 bei Weststürmen der Stärke 10, in Böen bis 11 mit schwerer See. Wegen erheblichen Beschädigungen am Schiff wurde von einer Reparatur abgesehen und das UFS 2 ausgemustert. Eine rot-weiße Leuchttonne mit einem Ball-Toppzeichen ersetzt nun das Feuerschiff. Mit der Havarie des UFS 2 endete somit zum Jahreswechsel 1999/2000 die über 184-jährige Geschichte der Feuerschiffe auf der Position Elbe 1 (seit es das unbemannte Schiff gab nur noch: Position Elbe). Besondere Erwähnung verdient hier noch das Feuerschiff Bürgermeister O’Swald I. 1918 wurde das Schiff auf der Position Elbe 1 in Dienst gestellt. Am 27. Oktober 1936 kenterte die Bürgermeister O’Swald I um 13.40 Uhr in einem schweren Orkan auf dieser Position. Alle 15 Besatzungsmitglieder fanden den Tod. Es handelte sich um das weltweit schwerste Unglück in der Geschichte der Feuerschiffe. Augenzeuge des Unglücks war der Kapitän des elbeinwärts laufenden englischen Dampfers The President, der beobachtete, dass die Bürgermeister O’Swald I backbordseitig (backbord: in Fahrtrichtung links, steuerbord: in Fahrtrichtung rechts) breitseits von der schweren See getroffen wurde und nach steuerbord umschlug. Das Schiff versank im Mahlsand. Ihr Leben verloren:     Kapitän Friedrich Lösekann (* 22. März 1897)     Maschinist Hans Feldhusen (* 18. Dezember 1900)     Funker Albert Sawatzki (* 30. Juni 1891)     Funker Ernst Heuck (* 23. Dezember 1907)     Matrose Willi Darr (* 2. Juli 1903)     Matrose Karl Debrodt (* 16. September 1904)     Matrose Joseph Dörr (* 18. Juni 1895)     Matrose Gustav Grams (* 16. Dezember 1894)     Matrose Wilhelm Kröncke (* 24. Juni 1901)     Matrose Johann Lau (* 18. Februar 1891)     Matrose Claus Mahler (* 30. Oktober 1886)     Matrose Claus Mink (* 16. Februar 1887)     Motorenwärter Paul Krauser (* 10. Juli 1911)     Motorenwärter Karl Kühle (* 21. April 1893)     Koch Walter Ahlf (* 15. Februar 1910). Für uns hat dieses Ereignis eine besondere Bedeutung, weil der Maschinist Hans Feldhusen der Onkel meines Mannes ist.
Feuerschiff Elbe 1
Steubenhöft und Hapag - Hallen Das Steubenhöft feiert im Jahr 2014 seinen 100. Geburtstag. Es wurde in der noch heute erhaltenen Form im März 1914 eingeweiht und sollte die Passagierfahrt der Hapag Reederei ( Hamburg- Amerika-Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft) Vorteile im Passagier - Liniendienst von Hamburg nach Amerika bringen. Es gab allerdings schon seit dem Jahr 1889 An- und Abreisen vom Steubenhöft. Anfangs lagen die Schiffe in Cuxhaven auf Reede und die Passagiere wurden mit Tenderschiffen zu den Schiffen gebracht und geholt. Ebenso dass gesamte Gepäck und die Ausrüstung. Später wurde das Steubenhöft gebaut - erst in Holz, aber das “vergammelte” relativ schnell unter diesen Witterungsverhältnissen und unter dem Ansturm von Bohrmuscheln. 1951 wurde die Erneuerung des Höfts begonnen und zwar als eine Stahlbetonplatte auf stählernen Rammpfählen.
Viele Auswanderer fuhren von hier nach Amerika, um dort ein besseres Leben  zu beginnen. Diese fuhren allerdings nicht in der ersten oder zweiten Klasse, sondern im Zwischendeck, dicht gedrängt und unter erbärmlichen Zuständen. Später wurde für diese Auswanderer die dritte Klasse eingerichtet, so dass auch hier ein bescheidener Komfort herrschte.
Weil es für die größer werdenden Schiffe zunehmend Schwierigkeiten gab, bis nach Hamburg zu fahren, verlegte die Hapag im Jahr 1889 den Abfahrtspunkt nach Cuxhaven. Cuxhaven gehörte danals zu Hamburg und deshalb gab es wegen der Verlegung des Abfahrtsortes keine (länderübergreifenden) Schwierigkeiten. Die Hapag hatte zum Zeitpunkt des endgültigen Ausbaus des Steubenhöfts die weltweit größten Passagierschiffe (Imperatorklasse) und dafür wurde das Höft ausgelegt. Von Cuxhaven aus wurden die Passagiere von dem eigens dafür errichteten Bahnhof, die Hapag- Hallen, mit Zügen weiter nach Hamburg geleitet bzw. kamen aus Hamburg zum Steubenhöft.
Hapag-Hallen mit Bahnhof
Die Hapag-Hallen wurden von 1900 bis 1902 erbaut. Die Hallen bestanden aus dem 690 Quadratmeter großen Kuppelsaal, der aber nur für die Passagiere der ersten und zweiten Klasse vorgesehen war. Diese reisten mit den Sonderzügen aus Hamburg an und konnten vom Bahnsteig aus direkt den Kuppelsaal betreten und dort auf ihre Abfertigung warten. Die Zwischendeckpassagiere wurden per Schiff von den Auswandererhallen in Hamburg- Veddel, die heute als Ballinstadt bekannt sind, nach Cuxhaven gebracht. Für sie war der zweite Saal vorgesehen. Dieser war nur 350 Quadratmeter groß und heißt heute Hanseatensaal.
Hapag-Hallen von vorn mit Turm und Kuppelsaal
Inschrift in der Eingangstür
Bis 1953 war der Eingang in den Kuppelsaal mit einem ausladenden Portal versehen, auf dem Albert Ballins Wahlspruch “Mein Feld ist die Welt” stand. Albnert Ballin war  Generaldirektor der Hamburg-Amerika Packetfahrt-Aktien- Gesellschaft (HAPAG) und machte diese zur größten Schifffahrtslinie der Welt.
Die Grenzabfertigung der Passagiere und des Gepäcks erfolgte in der angebauten Zollhalle. Danach konnten die Passagiere trockenen Fußes über den „gedeckten Gang“ das Anlegehöft erreichen (ab 1910).
Der gedeckte Gang zum Schiff
Inschrift am Ende des gedeckten Ganges
Fünf Monate nach der Eröffnung des Steubenhöfts brach der erste Weltkrieg aus und damit kam fürs erste der Passagierverkehr zum Erliegen. Zwischen den Weltkriegen erholte er sich allmählich wieder (obwohl alle großen Schiffe laut Versailler Vertrag als Reparationszahlung abgegeben wurden), fiel aber während des zweiten Weltkriegs wieder weg. Nach dem zweiten Weltkrieg kam es noch einmal zu einer Auswanderungswelle, doch dann übernahmen die Flieger den Verkehr in alle Teile der Welt.
Heute werden das Steubenhöft und die Hapag-Hallen als Abfertigungsterminal für Kreuzfahrtpassagiere genutzt, wobei vor einigen Jahren doch etliche Kreuzfahrtschiffe hier abfuhren, in der letzten Zeit jedoch kaum noch. Bahnsteig und Gleisanlagen sind voll funktionsfähig und werden bei besonderen Festlichkeiten von Sonderzügen genutzt. Kuppelsaal, Hanseatensaal und Zollhalle bieten Raum für Veranstaltungen. So hat z.B. der Folk- und Jazzverein dort seine Heimat für Konzerte. Aber auch Feste, Ausstellungen und Tagungen finden dort statt.  
Zum 100. Geburtstag des Steubenhöfts hat die Cuxhavener Nachrichten eine Verlagsbeilage herausgebracht, die sehr informativ war und viel Hintergrundwissen lieferte. Da hier doch einiges sehr verkürzt dargestellt wurde, kann ich nur empfehlen sich diese durchzulesen. Verlagsbeilage der CN